Eon Aktie Prognose 2023: Hohe Dividende von 5,4% holen

Der Aktienkurs von E.on ist wegen der näher rückenden Dividendenzahlung von voraussichtlich 0,50 Euro je Aktie, was einer Dividendenrendite von über 5% entspricht, am steigen. Es fehlt weniger als ein Euro und die Aktie ist zweistellig. Untermauert wird der Anstieg von einer kräftigen Umsatzsteigerung. Wemutstropfen sind die hohe Schulden. Sie stehen einer E.on Aktienprognose mit Kursziel 20 Euro im Weg.

In den ersten neun Monaten 2022 erhöhte sich der Umsatz des Konzerns gegenüber dem Vorjahr um 70% auf 81,6 Milliarden Euro. Damit steht der vierten Umsatzsteigerung in Folge nichts im Weg. 2018 hatte der Konzern mit 29,8 Milliarden Euro deutlich weniger erlöst. Allerdings bleibt weniger Gewinn hängen. Die Nettoumsatzrendite sank in den letzten Jahren um 5%.

Das Bewertungsniveau der E.on Aktie erscheint mit 9,13 Euro (26.11.22) niedrig. Zu niedrig? Die für den Konzern sehr wichtigen Gas- und Strompreise fielen zwischen August und November ganz erheblich. CEO Leonhard Birnbaum hat eine große Sorge weniger hat. E.on hat sich nämlich aus der Energieerzeugung zurückgezogen. Der Essener Konzern konzentriert sich auf das Netzgeschäft mit Gas-, Strom- und Fernwärmeleitungen.

Wenn die Energiepreise stark steigen, so wie in den ersten acht Monaten des Jahres, kann E.on seine gestiegenen Beschaffungskosten für Gas und Strom nur schrittweise und verzögert an die Kunden weitergeben. "Unser Unternehmen würde besser dastehen, wenn wir diese hohen Preise nicht hätten", heißt es dazu in einer Stellungnahme Birnbaums.

Entwicklung Eon Aktienkurs Linienchart 2019-2022

Prognosen für die E.on Aktie reißen niemanden vom Hocker. Deutlich über 10 Euro dürfte nicht viel zu holen sein. Das hängt mit der strategischen Ausrichtung zusammen. E.on hat sich bewusst auf das Netzgeschäft mit geringem Risiko und sicheren Erträgen konzentriert. Diese sicheren Erträge braucht das Unternehmen, damit es seine hohen Schulden nicht einholt.

E.on wies laut letztjährigem Geschäftsbericht 61 Milliarden Euro an langfristigen Schulden aus. Diesem Schuldenberg standen lediglich 18 Milliarden Euro an Eigenkapital gegenüber. Damit waren die Schulden mehr als dreimal so hoch wie das Eigenkapital. Der Versorger RWE hat seine Schulden besser im Griff. Hier sind die langfristigen Schulden knapp zweimal so hoch wie das Eigenkapital.

Der Free Cash Flow (FCF) war mit 400 Millionen Euro negativ. Unternehmen mit guter Bonität haben einen positiven Free Cash Flow, der oft 10% des Eigenkapitals beträgt. Sie müssen nicht so viel Geld leihen. E.on braucht hingegen viel Fremdkapital, was wegen den steigenden Zinsen zum Problem werden kann. Dass die Pensionsrückstellungen wegen den höheren Zinsen geringer werden, wie E.on in seinem Geschäftsbericht herausstreicht, ist da ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die hohen Schulden und die mangelnde Fähigkeit einen positiven Free Cash Flow zu generieren, kommen im niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der E.on-Aktien zum Ausdruck. Es liegt bei 5. Die Aktien der Dax-Konzerne werden im langjährigen Mittel mit dem 17-fachen ihrer Gewinne gehandelt. Die E.on-Aktie ist also ein Ausreißer im negativen Sinne.

Eine weitere Schwachstelle in der E.on-Bilanz ist das Verhältnis kurzfristiger Vermögenswerte zu kurzfristigen Schulden. Grundsätzlich sind Unternehmen in einer gesunden Verfassung, wenn die kurzfristigen Vermögenswerten die kurzfristigen Schulden übersteigen. Bei E.on ist es umgekehrt. 40,5 Milliarden Euro kurzfristige Schulden standen 39,1 Milliarden Euro an kurzfristige Vermögenswerten gegenüber.

Eingefleischte Fans der E.on-Aktie verweisen auf die Eigenkapitalrentabilität von 32% in den letzten 12 Monaten und 47% pro Jahr in den vergangenen fünf Jahren. Steht jedoch einer hohen Verschuldung nur ein geringes Eigenkapital gegenüber wie bei E.on, ist dieses Kennzahl nicht zielführend. E.on gilt es daher an seiner Gesamtkapitalrentabilität zu messen. Sie war 4,2%.

Fazit:

Für die E.on-Aktie wächst die Dividende im Vergleich zu anderen Dax-Unternehmen in den Himmel. Wer zum aktuellen Aktienkurs von 9,13 Euro kauft, kann mit einer Dividendenrendite von 5,39% rechnen. Gezahlt werden dürfte sie bereits im Mai 2023, also in weniger als sechs Monaten.

Kurzfristig hat der Aktienkurs von E.on wegen gesunkenen Gaspreisen Potenzial über 10 Euro zu steigen. Die hohe Schulden und steigende Fremdkapitalkosten, herrührend aus den Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen jedoch einem Anstieg auf 20 Euro im Weg.

E.on steckt mit Blick auf die hohe Inflation in der Zwickmühle. Auf der einen Seite kommt dem Energiekonzern die hohe Geldentwertung entgegen, als sich mit ihr ein Teil der hohen Schulden weginflationieren lassen. E.on ist allerdings in der Regel an längerfristige Lieferverträge gebunden und kann daher nicht so schnell seine Verkaufspreise erhöhen wie beispielsweise ein Autobauer.

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