Der Pelletpreis sinkt und das ergibt sogar Sinn

Pelletpreis Entwicklung Linienchart Oktober 2021 bis Oktober 2022

Die Pelletpreisentwicklung startet eine Abwärtsbewegung, und so fällt der Pelletpreis in Deutschland von 800 Euro je Tonne auf 655 Euro. In Österreich, wo der Staat gegen ein Pellet-Kartell vorgeht, sinkt der Preis langsamer um 85 Euro auf 630 Euro. Der Preistrend zeigt nach unten, und damit weit weg von den Rekordhochs des Spätsommers bei 800 Euro (Deutschland) und 715 Euro (Österreich).

"Nächstes Jahr wird es wieder normal, aber nicht mehr wie vor dem Krieg." Das sagt Dominic Hess, Geschäftsführer von Energie Holz Hess im Gespräch mit der Osthessen Zeitung. Seine Kunden zeigten für die gestiegenen Preise für Holzpellets und Hackschnitzel Verständnis. Umso größer ist die Freude nun, als die Pelletpreise am sinken sind. Allerdings werde das sehr tiefe Preisniveau von vor zwei Jahren wohl nicht erreicht, prognostiziert Hess.

Hohe Pelletpreise wegen Kartell?

Auf dem Pelletmarkt in Österreich haben sich Anbieter offenbar abgesprochen. Die Bundeswettbewerbsbehörde verdächtigt Pellethersteller, die Energiekrise genutzt zu haben, um ihre Preise über Gebühr zu erhöhen. Dass sich im Energiesektor Unternehmen zu Kartellen zusammenschließen, um private Haushalte "abzukassieren", kommt immer wieder vor. In Deutschland hatte beispielsweise ein Flüssiggaskartell sein Unwesen getrieben.

Inzwischen habe sich die Lage auf dem Pelletmarkt beruhigt, berichten Händler. In Deutschland waren noch bis zum Beginn des 4. Quartals viele der 570.000 Haushalte mit Pelletheizungen in einem Hamsterkauf-Modus. Sie fürchteten nicht genügend Holz für die Heizsaison zu bekommen. Diese Angst hat sich als unbegründet herausgestellt. Pellethändler berichten über gut gefüllte Lager.

Für Entspannung sorgen auch fallende Gaspreise. Der niederländische Referenzpreis für Erdgas sinkt in der letzten Oktoberwoche mit 100 Euro pro Megawattstunde (MWh) auf den tiefsten Stand seit vier Monaten. Die Heizölpreise fielen in den vergangenen zwei Wochen um 20 Euro auf 150 Euro je 100 Liter. Angebot und Nachfrage von Erdgas, Heizöl und Heizpellets suchen gerade tiefere Gleichgewichtspreise, auf denen sie sich dann einpendeln.