Führt an sinkenden Pelletpreisen 2023 kein Weg vorbei?

15. Dezember 2022

Die Sägewerksabfälle sind am steigen und zeigen damit niedrigere Pelletpreise an. In Deutschland sinkt der durchschnittliche Verkaufspreis seit dem Beginn des vierten Quartals 2022 von 745 Euro auf 500 Euro je Tonne (1.000 kg), wobei die Pelletpreisentwicklung im Dezember bislang auf der Stelle tritt. In Österreich purzelt der Pelletpreis unterbrechnungslos auf 525 Euro.

Pelletpreis Entwicklung Linienchart mit Abwärts-Prognose 2023

Wegen tiefen Holzpreisen und des Durchschreitens der konjunkturellen Talsohle dürfte die Holznachfrage der Bauunternehmer und Möbelhersteller steigen. Dies führt zu einem erhöhten Aufkommen von Sägewerksabfällen für die stromintensive Pelletproduktion. Sowohl das ifo-Geschäftsklima als auch die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich im November abermalig verbessert.

"Die Rezession dürfte weniger tief ausfallen als viele erwartet haben", sagt ifo-Präsident Clemens Fuest. Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhöhten sich im Dezember den dritten Monat in Folge. Von einem "erheblich verbesserten" Konjunkturausblick sprechen die Mannheimer Wirtschaftsforscher.

2023

Die große Mehrheit der 570.000 Haushalte mit Pelletheizungen in Deutschland und 150.000 in Österreich haben genügend Pellets für die Heizsaison eingelagert. Die gut gefüllten Lager der Bestandskunden zeigen einen weiteren Rückgang der Pelletpeise an. Denn die liegen im Dezember in Deutschland trotz der jüngsten Talfahrt immer noch knapp 200 Euro über dem Level des Vorjahresmonats. In Österreich ist es mit 240 Euro noch mehr.

Ein Einfamilienhaus braucht im Jahr im Schnitt vier Tonnen Pellets. Bei einem Pelletpreis von 800 Euro je Tonne zahlt man 3.200 Euro, um die eigenen vier Wänderzu heizen. Wer aktuell für 500 Euro kauft, zahlt mit 2.000 Euro deutlich weniger. Sollte der Pelletpreis auf das Vorjahresniveau von 300 Euro sinken, könnte man für 1.200 Euro kaufen - eine Ersparnis von 2.000 Euro gegenüber der Preisspitze.

Unter den Pellethändlern besteht Einigkeit darüber, dass der Pelletpreis aufgrund anhaltend hoher Stromkosten nicht auf das Niveau vom Jahreswechsel 2021/22 zurückkehren wird. Hätte man jedoch eine Situation mit einem sehr großen Überangebot (Pelletschwemme), stünden hohe Strompreise einem weiteren deutlichen Rückgang des Pelletpreises im ersten Quartal 2023 nicht im Weg.

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