Spekulieren auf fallende Pelletpreise im 1. Quartal 2023

9. Januar 2023

Die Pelletpreise sind wegen der geringen Nachfrage überversorgter Haushalte am sinken. Holzhändler müssen mit ihren Verkaufspreisen runtergehen, und so fällt der Pelletpreis in Deutschland auf 486 Euro je Tonne. In Österreich werden Heizpellets seit Jahresanfang um 13 Euro auf 509 Euro günstiger.

Am Holzmarkt geht der stärker werdende Trend zu sinkenden Energiepreisen nicht vorbei. Die Gaspreise fallen infolge voller Gasspeicher. Die Rohöl- und Heizölpreise kennen nur eine Richtung: Nach unten. Auch die Strompreise sind am sinken. Dies trägt maßgeblich dazu bei, dass auch die Preise für alternative Energieträger wie Holzpellets fallen.

Der Preis für Holzpellets sinkt binnen vier Monaten um etwas mehr als 300 Euro je Tonne. Im bundesweiten Durchschnitt kommt es zu einem Rückgang der Pelletpreisentwicklung von 795 Euro auf 486 Euro (-39%), meldet der Branchendienst Heizpellets24. In Österreich purzelt der Pelletpreis seit dem Beginn des 4. Quartals 2022 von 716 Euro auf 509 Euro (-29%). Diagramm Pelletpreis Jan. 2022 bis Januar 2023

In der Schweiz nimmt die Talfahrt der Pelletpreisentwicklung am wenigsten Fahrt auf. Hiel liegt der Pelletpreis aktuell bei 591 CHF, nach 754 CHF im August 2022 (-20%).

Fallen die Pelletpreise bis Mitte 2023?

Die Pelletpreise unterliegen seit knapp einem Jahr extremen Schwankungen. Zuvor waren sie über Jahre hinweg recht stabil. Dies führte dazu, dass die 570.000 Haushalte mit Pelletheizungen in Deutschland und die 150.000 in Österreich vor dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs eine hohe Planungssicherheit hatten. Die wollen sie natürlich gerne zurück haben.

Zu einem gewissen Teil haben die Verbraucher den steilen Anstieg der Pelletpreise mitverursacht. Im Spätsommer fegten sie mit Hamsterkäufen den Pelletmarkt leer. Dies stellt sich im Nachinein als übertrieben heraus. Die Gefahr, dass man im Winter im Kalten sitzt, weil man nicht an Holzpellets gekommen ist, bestand nicht.

Die sieht Anfang 2023 weiter sinkenden Pelletpreise zeigen, dass die Nachfrage wegen den Hamsterkäufen des letzten Spätsommers weiterhin schwach ist. Gleichzeitig sind die Lager der Pelletverkäufer nach eigenen Aussagen gut gefüllt. Damit trifft ein hohes Pelletangebot auf eine niedrige Pelletnachfrage.

Normalerweise erreichen die Pelletpreise im Mai ihren Tiefpunkt. Wer der Meinung ist, dass die Achterbahnfahrt des Jahres 2022 eine Ausnahme war, spekuliert damit bis ins zweite Quartal 2023 hinein auf eine weiter sinkende Pelletpreisentwicklung.

Überdies legen die milden Temperaturen in diesem Winter und die damit einhergehende geringere Nutzung von Pelletheizungen nahe, dass die Pelletpreise 2023 erst zur Jahresmitte ihren Tiefpunkt erreichen könnten.

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