Aktuelle Stahlpreise je Tonne (1.000 kg) im Juli 2022

Der Stahlpreis für warmgewalzten Stahl aus nordeuropäischen Hochöfen sinkt auf 841 Euro je Tonne am 7. Juli 2022. Der Rückgang fällt mit 9 Euro gegenüber der Vorwoche gering aus. In diesem verlangsamten Abwärtstempo wird es laut Marktbeobachtern bis Monatsende weitergehen. Es folgen Bodenbildung und steigende Stahlpreise.

"Ich glaube immer noch, dass die Warmbandpreise bis Ende Juli um weitere 20 Euro je Tonne fallen könnten", äußert sich ein deutscher Stahleinkäufer gegenüber Fastmarkets. Der Boden sei aber nahe. Die Zeiten, in denen die Preise um 100 Euro pro Woche purzelten, seien vorbei.

Betonstahl kostet 950-1.100 Euro je Tonne am 6. Juli und damit so viel wie in der Vorwoche. Die hohe Preisspanne von 150 Euro ist ein Indiz dafür, dass der Markt ausgetrocknet ist. Es herrscht eine große Diskrepanz zwischen denen von den Stahlherstellern angestrebten Verkaufspreisen und dem, was die ausgedünnte Käuferseite bereit ist zu bezahlen.

Liniendiagramm Stahlpreis Betonstahl Jan. 2021 bis Juli 2022

Niemand wagt eine Betonstahlprognose zu treffen. Einerseits sprechen die in der letzten Woche um 80-100 Dollar deutlich gestiegenen türkischen Stahlschrottpreise dafür, dass die Herstellung von Betonstahl teurer wird. Hinzu kommen anhaltend hohe Energiekosten. Andererseits hält sich die Stahlnachfrage der Abnehmer von Baustählen hartnäckig niedrig.

Downstream-Flachstähle

Kaltgewalzter Stahl kostet 950-980 Euro je Tonne in Nordeuropa. Laut Marktkreisen gebe es zu Beginn des 2. Halbjahres eine etwas anziehende Nachfrage bei Flachstahl-Downstream-Sorten.

Der Stahlpreis für feuerverzinkten Bandstahl liegt bei 1.000-1.020 Euro. "Flachstahlproduzenten in Nordeuropa meldeten eine leichte Verbesserung der Nachfrage von Automobil-Erstausrüstern (OEM), meldet Fastmarkets. Nach der schwachen erste Jahreshälfte stehen die Zeichen auf höhere Auslastung bei den Autoherstellern.

Die Stahlangebotseite betreffend kursiert ein Gerücht, welches für steigende Stahlpreise spricht: Demzufolge habe die Bundesregierung die Stahlindustrie angehalten, weniger Stahl zu produzieren, um Gas einzusparen. Folge: Das Angebot von Stahlprodukten würde sinken. Angebot und Nachfrage müssten einen höheren Gleichgewichtspreis finden.

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