Stahlpreis Prognose 2023: Es geht aufwärts

23. Januar 2023

Der Stahlpreis für das Flacherzeugnis Warmbreitband ist hurtig am steigen, und so wollen Stahlhersteller auf 800 Euro je Tonne hochgehen. Neben höheren Verkaufspreisen zielen Unternehmen wie ArcelorMittal darauf ab, mehr Stahl abzusetzen. Hochöfen werden zu diesem Zweck wieder angeworfen. Machen die Stahlhersteller hier einen haarsträubenden Fehler, mit dem sie sich ins eigene Knie schießen?

Nordeuropäisches Warmbreitband kostete per 19. Januar 740 Euro je Tonne. Das waren 50 Euro mehr als in der Vorwoche und 85 Euro (+13%) mehr gegenüber dem Vormonat. Am Stahlmarkt ist es hektisch. Die Mehrheit der Stahlhersteller habe ihre Verkaufspreise einstweilen zurückgezogen, berichtet Platts. Sie peilten 800 Euro an, erfährt der Branchendienst aus Marktkreisen.

Stahlpreis Entwicklung Linienchart mit eingezeichneter Prognose

Ein Anfang Dezember 2022 runtergefahrener Hochofen von US Steel im slowakischen Kosice wird nach nur anderthalb Monaten wieder hochgefahren. ArcelorMittal gibt bekannt, einen außer Betrieb gesetzten Hochofen im nordspanischen Gijon im nächsten Monat anzuwerfen. Der seit September 2022 stillgelegte Hochofen hatte den Unmut von Arbeitnehmervertretung und spanischer Regierung auf sich gezogen.

Stahlabnehmer sind gespalten: Mit den Hinzunehmen von Produktionskapazitäten würden die Stahlhersteller dem Aufwärtstrend der Stahlpreise ein jähes Ende setzen, sagen die einen. Die Preise werden weiter steigen, als die Hersteller langsam und schrittweise die Rohstahlerzeugung erhöhten. Der Aufwärtstrend bliebe davon weitgehend unberührt, meinen die anderen.

"Wir erwarten nachfragebedingt bis Ende Q1 2023 leicht steigende Stahl- und Schrottpreise", prognostiziert die Deutsche Industriebank (IKB). Mit Ausnahme von Warmband hätten die Stahlpreise im Dezember 2022 nachfragebedingt leicht nachgegeben, betont die IKB.

Ausblick

Die Stahlhersteller streben an, den Aufwärtstrend des Stahlpreises für Warmbreitband bei verbesserter Stahlmengenkonjunktur aufrecht zu erhalten. Dabei gilt es das Mehr an Stahl mit einer gewissen Verzögerung an die Aktivitäten der Stahlabnehmer anzupassen. Dadurch könnten Angebot und Nachfrage zu noch höheren Stahlpreisen neue Gleichgewichte finden.

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