Stahlpreis auf 20-Monatstief: In Warmband ist der Wurm drin

Der Stahlpreis für wamgewalzte Erzeugnisse beträgt 660 Euro je Tonne per 17. Oktober 2022. Damit ist in Nordeuropa hergestelltes Warmband 70 Euro günstiger als zu Monatsbeginn. "Vielleicht sehen wir nächstes Jahr eine Verbesserung der Nachfrage", sagt der Mitarbeiter eines Stahlherstellers vielsagend zu S&P Global. Die Stahlpreisentwicklung fällt auf den tiefsten Stand seit Januar 2021.

Linienchart Stahlpreis Warmband Auf und Ab 2022

"Einige Produzenten haben letzte Woche ihre Verkaufspreise verringert, um Lücken in ihren Auftragsbüchern zu schließen. Trotzdem blieb der Handel in der gesamten Region schleppend, heißt es in einer Analyse von Fastmarkets. Es werde kaum etwas gekauft, der Markt sei ruhig. Die wenigen Transaktionen, welche stattfanden, seien mit Verkaufspreisen für Warmband von 660-670 Euro gemeldet worden.

Die unter den gefallenen Stahlpreisen ächzenden Hüttenbetreiber begrüßen die Deckelung der Gaspreise. "Dieser Vorschlag (die Gaspreisbremse) sollte umgesetzt werden. Sie gibt uns Planungssicherheit für Investitionen und die anstehende Aufgaben", zitiert Reuters den Vorstandsvorsitzenden von thyssenkrupp Steel Europe, Bernhard Osburg. "Die Maßnahmen sollten nun schnell politisch umgesetzt werden", fordert die Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Das im Stahlmarkt für warmgewalzte Erzeugnisse der Wurm drin ist, zeigt auch ein Blick auf den italienischen Spotpreis. Dieser liegt bei 680 Euro und damit über dem nordeuropäischen Niveau. Normalerweise ist italienisches Warmband günstiger. Der börsengehandelte Warmbandkontrakt für Nordeuropa purzelt auf 660 Euro (November-Kontrakt). Vor zwei Monaten war er bei 850 Euro.

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